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Folgen der Verwachsungen

Gynäkologische Folgen

Foto: ein Paar steht auf einem Steg am See

Bei 39 % der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch ließen sich Verwachsungen im Bauchraum als einzige krankhafte Veränderung nachweisen (1). Verwachsungen sind somit die Hauptursache für eine erworbene Unfruchtbarkeit bei Frauen.

Eine besondere Form der Verwachsungen innerhalb der Gebärmutterhöhle ist das Asherman-Syndrom. Es kann nach einer Ausschabung der Gebärmutterhöhle oder nach einer Operation von angeborenen Missbildungen der Gebärmutter auftreten, wenn die Gebärmutterschleimhaut tief verletzt wurde. Vernarbungen verschließen dann ganz oder teilweise die Gebärmutterhöhle – die betroffene Frau ist dann zumeist unfruchtbar und ihre Regelblutung bleibt aus. In seltenen Fällen kann das Asherman-Syndrom auch durch eine Spirale oder das operative Entfernen von Myomen ausgelöst werden.

Die Lebensqualität betroffener Frauen ist jedoch nicht nur aufgrund der ungewollten Kinderlosigkeit beeinträchtigt: Menstruationsbeschwerden sind häufig besonders schmerzhaft und von Bauchkrämpfen begleitet, wenn Verwachsungen die Gebärmutter in einer unnatürlichen Position fixieren. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr treten auf, wenn die Gebärmutter oder die Eileiter am nervenreichen Bauchfell haften. Verwachsungen beeinträchtigen auf diese Weise viele Lebensbereiche und belasten dadurch sowohl das körperliche als auch das seelische Wohlbefinden.

Chronische Unterbauchschmerzen

Chronische Bauchschmerzen sind für die betroffenen Patienten mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität verbunden und sind häufig Anlass für operative Abklärungen. Verwachsungen im Bauchraum sind für einen hohen Anteil chronischer Unterbauchschmerzen verantwortlich. Eine Analyse von 11 Studien mit insgesamt fast 1000 Patienten, die an chronischen Unterbauch-schmerzen litten, hat gezeigt, dass bei 40 % der Patienten Verwachsungen bestanden (2).

Verwachsungen können den Darm in seiner Beweglichkeit stark einschränken. Wenn eine Darmschlinge mit dem sehr nervenreichen Bauchfell verwachsen ist, ziehen und zerren die Briden während der Verdauungstätigkeit am Bauchfell und verursachen so Unterbauchschmerzen. Im Laufe der Zeit sprossen Nervenfasern in die Briden ein, die bei Zug oder Spannung ebenfalls Schmerzimpulse aussenden können (3).

Der chronische Schmerz und seine Folgen

Foto: eine Frau liegt im Bett

Chronische Schmerzen führen auf Dauer dazu, dass sich die Rücken- und Beckenmuskulatur verkrampft und verspannt. Daraus können weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen wie etwa Blasen- oder Rückenprobleme entstehen. Nicht selten treten diese Probleme dann in den Vordergrund und verschleiern die auslösende Ursache.

Haft für den Darm

Verwachsungen können den Darm in seiner Beweglichkeit einschränken, ihn einengen oder sogar zu einem Darmverschluss (Ileus) führen. Insbesondere Verwachsungsstränge innerhalb des Bauchraums, so genannte Briden, können den Darm so sehr „fesseln“, dass seine Blutzufuhr unterbunden ist. Solche Durchblutungsstörungen rufen starke Schmerzen hervor und können im Extremfall zu einem Riss der Darmhaut führen. Eine solche Darmperforation ist ein lebensbedrohliches Ereignis, das sofort operiert werden muss.

Aber auch eine Verengung des Darmes durch Verwachsungsstränge kann starke Beschwerden hervorrufen. Der Speisebrei wird dann nur noch schlecht oder überhaupt nicht weiter transportiert und der Darm kann sich vor der Engstelle aufweiten. Verdauungsprobleme, Blähungen und Bauchschmerzen sind die Folge. Ein Drittel aller Notfalloperationen mit der Diagnose Darmverschluss sind auf Verwachsungsstränge im Bauchraum zurückzuführen.

Verwachsungen erschweren weitere Eingriffe

Briden können sich vor die Bauchorgane legen, sie einhüllen und mit ihnen verwachsen. Verwachsungen und Verwachsungsstränge können erneute operative Eingriffe in den Bauch- oder Beckenraum in starkem Maße erschweren. Die ursprünglich gut voneinander trennbaren anatomischen Strukturen können dann nicht mehr gut abgegrenzt werden. Der Operateur muss häufig die Verwachsungen lösen, um zum eigentlichen Operationsgebiet vordringen zu können. Operative Eingriffe im Bauchraum werden dadurch deutlich länger und anspruchsvoller. Schließlich können sich daraus mehr Komplikationen ergeben. Studien zufolge wird bei 20 % der Patienten mit bestehenden Verwachsungen während einer erneuten Operation im Bauchraum der Darm unabsichtlich eröffnet (4).

Weiterhin können Verwachsungen innerhalb des Bauchraums medizinische Behandlungsverfahren, wie zum Beispiel die Peritonealdialyse, eine Form der Blutwäsche bei Nierenversagen, erschweren oder unmöglich machen.

 

(1) Rapkin AJ. Obstet Gynecol. 1986
(2) DiZerega GS. Eur J Surg. 1997
(3) Kligman I et al. Obstet Gynecol 1993
(4) Van der Krabben et al. Br J Surg. 2000