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Ursachen der Verwachsungen

OP – Risikofaktor Nr. 1 für Verwachsungen

Foto: Szene einer Operation

Verwachsungen bilden sich als natürliche Reaktion der Wundheilung immer dann, wenn das Bauchfell oder/und innere Organe verletzt werden. Während eines chirurgischen Eingriffs wird das Bauchfell zwangsläufig verletzt. Allerdings kann diese Verletzung auch durch mechanische Schädigung oder als Folge von Entzündungen resultieren.

Verwachsungen im Bauchraum entstehen insbesondere nach operativen Eingriffen sowohl bei offenem Bauchschnitt als auch bei Bauchspiegelungen oder anderen Operationen in Knopfloch-Technik (Endoskopie). Bestimmte Operationen gelten dabei als besonders risikoreich: Operationen am Eierstock und Eileiter sowie Endometriose-Operationen und Myom-Entfernungen. Auch die Adhäsiolyse selbst (operative Lösung von Verwachsungen) ist mit einem höheren Risiko der Wiederentstehung neuer Adhäsionen (Verwachsungen) verbunden.

Sie können aber auch nach Entzündungen im Bereich des Darmes oder der inneren weiblichen Geschlechtsorgane entstehen, z. B. als Folge der eigentlichen Erkrankung und nach der chirurgischen Behandlung der Endometriose.

Eine durch Verwachsungen geschlossene Gebärmutterhöhle (sog. Asherman-Syndrom oder intrauterine Verwachsung) kann je nach Ausprägung zu Unfruchtbarkeit und/oder wiederkehrenden Fehlgeburten führen. Diese Verwachsungen können die Folge von verschiedenen chirurgischen Eingriffen in der Gebärmutter sein (z. B. Ausschabung, Dilatation und Kürettage, Entfernung von Myomen oder Operationen von angeborenen Missbildungen der Gebärmutter).

Erst Verklebung, dann Verwachsung

Bereits wenn das Bauchfell zu Beginn einer Operation eröffnet wird, setzt die Wundheilung und damit die Verwachsungsbildung ein. Dieser hochkomplexe Vorgang wird von unterschiedlichen Faktoren gesteuert, die genauen Abläufe sind bis zum heutigen Tag nicht in allen Einzelheiten erforscht.

Bei der Wundheilung entsteht Wundsekret. Ein darin enthaltenes Eiweiß, Fibrin, das auch bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielt, legt sich auf die Wunde. Seine biochemischen Eigenschaften bewirken, dass benachbarte Organoberflächen anhaften. Der Körper ist in der Lage, diese Oberflächen wieder voneinander zu trennen, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind (z. B. ausreichende Durchblutung des Gewebes und Abbau des Fibrin-Moleküls – die sogenannte Fibrinolyse).

Erfolgt dies nicht, beginnt nach 5 – 7 Tagen die Narbenbildung. Aus den ursprünglichen Verklebungen entstehen organisierte Bindegewebsstränge, die mit der Zeit sogar Blutgefäße und Nerven enthalten können. Eine eingeschränkte Aktivität der Fibrinolyse kann bereits in den ersten Tagen nach der Operation der erste Schritt zu einer bleibenden Gewebeverbindung sein.